Looksmaxing von innen: Was Haut und Haare wirklich brauchen
Reine Haut und kräftiges Haar beginnen nicht im Badezimmer. Diese Faktoren aus Ernährung, Schlaf und Lebensstil sind wissenschaftlich am besten belegt.

Looksmaxing ist ein Begriff aus dem Internet, und vieles, was darunter läuft, ist fragwürdig. Mir geht es um etwas anderes: dass man Ihnen ansieht, wie gut es Ihnen geht. Reine Haut, kräftiges Haar und ein frisches Erscheinungsbild sind oft ein Spiegel dessen, was im Körper passiert. Und daran können wir gezielt arbeiten.
1. Sonnenschutz ist das stärkste Anti-Aging
Klingt unspektakulär, ist aber am besten belegt. In einer randomisierten Studie zeigten Erwachsene, die täglich Sonnencreme verwendeten, nach viereinhalb Jahren keine messbare Zunahme der Hautalterung, während sie in der Vergleichsgruppe fortschritt [1]. Bevor wir über Seren oder Supplemente sprechen, steht deshalb täglicher Sonnenschutz.
2. Schlaf zeigt sich im Gesicht
Eine Untersuchung fand bei Frauen mit schlechter Schlafqualität mehr Zeichen von Hautalterung und eine langsamere Regeneration der Hautbarriere als bei Frauen, die gut schliefen [2]. Der Begriff „Schönheitsschlaf“ hat also einen wahren Kern.
3. Ernährung und unreine Haut
In einer randomisierten Studie verbesserte eine Ernährung mit niedriger glykämischer Last, also weniger schnell verfügbare Kohlenhydrate, das Hautbild bei jungen Männern mit Akne deutlich [3]. Das heißt nicht, dass Zucker allein schuld ist. Aber eine stabile Blutzuckerkurve ist auch für die Haut ein guter Ansatz.
4. Haarausfall: Eisen prüfen
Bei Haarausfall lohnt sich ein Blick auf den Eisenstatus. Fachliteratur aus der Dermatologie diskutiert einen Zusammenhang zwischen niedrigem Ferritin und bestimmten Formen von Haarausfall und empfiehlt, den Eisenstatus bei Betroffenen zu prüfen [4]. Das ist einer der Gründe, warum ich mit Blutwerten arbeite, statt pauschal Haar-Vitamine zu empfehlen.
5. Und Kollagen?
Für bestimmte Kollagenpeptide gibt es Studien, die eine verbesserte Hautelastizität zeigen [5]. Die Datenlage ist allerdings überschaubar und teilweise von Herstellern finanziert. Für mich ist Kollagen deshalb eine mögliche Ergänzung, aber nie der erste Schritt.
Mein Fazit
Gutes Aussehen ist zu einem großen Teil ein Nebeneffekt von gutem Leben: Sonnenschutz, Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und gefüllte Nährstoffspeicher. Wenn diese Basis stimmt, sieht man das. Und genau darauf baue ich mit meinen Klienten auf.
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder dermatologische Beratung. Bei Hauterkrankungen oder starkem Haarausfall wenden Sie sich bitte an eine Fachärztin oder einen Facharzt.
Quellen
- Hughes MCB et al. Sunscreen and prevention of skin aging: a randomized trial. Ann Intern Med. 2013;158(11):781–790. PubMed
- Oyetakin-White P et al. Does poor sleep quality affect skin ageing? Clin Exp Dermatol. 2015;40(1):17–22. PubMed
- Smith RN et al. A low-glycemic-load diet improves symptoms in acne vulgaris patients: a randomized controlled trial. Am J Clin Nutr. 2007;86(1):107–115. PubMed
- Trost LB, Bergfeld WF, Calogeras E. The diagnosis and treatment of iron deficiency and its potential relationship to hair loss. J Am Acad Dermatol. 2006;54(5):824–844. PubMed
- Proksch E et al. Oral supplementation of specific collagen peptides has beneficial effects on human skin physiology: a double-blind, placebo-controlled study. Skin Pharmacol Physiol. 2014;27(1):47–55. PubMed


