Ihr Blutbild: Diese Werte schaue ich mir zuerst an
Warum ich mit Blutwerten arbeite statt nach Gefühl, welche Marker für Energie, Hormone und Gesundheit aussagekräftig sind und worauf es bei der Abnahme ankommt.

„Ich fühle mich schlapp, aber mein Hausarzt sagt, alles ist in Ordnung.“ Diesen Satz höre ich oft. Meistens stimmt beides: Die Werte liegen im Referenzbereich, und trotzdem fühlt sich die Person nicht gut. Deshalb gehört eine präzise Blutanalyse bei mir fest zum Coaching. Nicht, um Diagnosen zu stellen, das ist Aufgabe von Ärzten, sondern um gezielt statt nach Gefühl zu arbeiten.
Warum Blutwerte?
Ohne Daten bleibt vieles Raten. Ein Supplement, das bei einem Klienten Wunder wirkt, ist beim nächsten überflüssig. Das Blutbild zeigt uns, wo wir ansetzen und ob das, was wir tun, wirkt.
Die Marker, die ich mir zuerst ansehe
Ferritin und Eisen. Ferritin zeigt, wie gut Ihre Eisenspeicher gefüllt sind. Ein Eisenmangel kann sich schon vor einer Blutarmut durch Müdigkeit und geringere Belastbarkeit bemerkbar machen [1].
Vitamin D (25-OH-D). Gerade in Deutschland sind im Winter viele Menschen unterversorgt. Die Endocrine Society hat Empfehlungen veröffentlicht, wie ein Mangel festgestellt und behandelt wird [2].
Testosteron (bei Männern). Hier kommt es stark auf die Abnahme an. Die Leitlinie der Endocrine Society empfiehlt, morgens und nüchtern zu messen und einen auffälligen Wert zu wiederholen, bevor man Schlüsse zieht [3]. Ein einzelner Wert am Nachmittag sagt wenig aus.
Blutzucker (HbA1c und Nüchternglukose). Der HbA1c spiegelt den durchschnittlichen Blutzucker der letzten Wochen wider. Er hilft mir einzuschätzen, wie gut Ihr Körper mit Kohlenhydraten umgeht.
Blutfette. LDL-Cholesterin ist einer der wichtigsten Risikomarker für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die europäischen Leitlinien zeigen klar, wie eng er mit dem langfristigen Risiko zusammenhängt [4].
So läuft die Analyse bei mir ab
- Wir besprechen Ihre Ziele und Beschwerden, damit die Auswahl der Werte dazu passt.
- Die Blutabnahme erfolgt morgens und nüchtern, idealerweise ohne intensives Training am Vortag.
- Ich werte die Ergebnisse mit Ihnen aus und übersetze sie in konkrete Maßnahmen für Ernährung, Training, Schlaf und, wenn sinnvoll, Supplemente.
- Nach einigen Wochen messen wir erneut und sehen, was sich verändert hat.
Mein Fazit
Ein Blutbild ist kein Selbstzweck. Es ist die Landkarte, mit der wir den Weg planen. Und wenn Werte deutlich auffällig sind, gehören sie zu einem Arzt. Das sage ich meinen Klienten klar.
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden oder auffälligen Werten wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Quellen
- Camaschella C. Iron-deficiency anemia. N Engl J Med. 2015;372(19):1832–1843. PubMed
- Holick MF et al. Evaluation, treatment, and prevention of vitamin D deficiency: an Endocrine Society clinical practice guideline. J Clin Endocrinol Metab. 2011;96(7):1911–1930. PubMed
- Bhasin S et al. Testosterone therapy in men with hypogonadism: an Endocrine Society clinical practice guideline. J Clin Endocrinol Metab. 2018;103(5):1715–1744. PubMed
- Mach F et al. 2019 ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias. Eur Heart J. 2020;41(1):111–188. PubMed


